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(Modul AVL 112c) – 16402 GK

Bernhard Metz

Was ist ein Autor?

Do 16.00-18.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/137

Beginn: 19. April 2007

MATERIAL

Unterscheidungen zwischen 'Autor' vs. 'Verfasser' vs. 'Erzählinstanz' und den Kategorien von 'Autorschaft', 'Auktorialität' und 'Autorität' in literarischen Texten vertraut machen, deren Beherrschung als Kriterium einer geglückten literaturwissenschaftlichen Sozialisation gelten kann. Seit den 1960er Jahren zunehmend in Mißkredit geraten, erfuhren der 'Autor' und das Konzept 'Autorschaft' in den letzten Jahren eine beachtliche Renaissance in der Literaturtheorie. Die Einführungsveranstaltung zeichnet die Genealogie des modernen Autorkonzepts im 18. Jh. und 19. Jh. nach und bezieht darauf drei mittlerweile als Klassiker geltende Aufsätze des 20. Jhs., die seine Verabschiedung postulierten: William K. Wimsatts und Monroe C. Beardsleys "The intentional fallacy" von 1946, Roland Barthes' "La mort de l'auteur" von 1968 sowie Michel Foucaults "Qu'est-ce qu'un auteur?" von 1969. Im Rahmen dieser genau zu untersuchenden Texte soll auch eine Vermittlung zentraler Ansätze des New Criticism, der rhetorischen (post-)strukturalistischen sowie der diskursanalytischen Literaturtheorie erfolgen.
Um nicht abgekoppelt von literarischen Texten ausschließlich Literaturtheorie zu behandeln, sollen im Seminar anschließend literarische Texte gemeinsam gelesen werden, im Fokus von jemandem, der wie kein zweiter die verschiedensten Möglichkeiten von Autorfunktionen und Erzählpositionen durchgespielt hat: Italo Calvino (Se una notte d'inverno un viaggiatore von 1979 und diverse andere kürzere Texte). Daneben sollen nach Möglichkeit noch Alasdair Grays Lanark (1981/85), Robert Pingets L'apocryphe 1980) sowie Gilbert Adairs The death of the author (1992) in Teilen gelesen werden. Zur Einführung: Kleinschmidt 1997 (kurz) und Wetzel 2000 (etwas ausführlicher); zur Anschaffung empfohlen: Jannidis, Lauer, Martínez & Winko (eds.) 2000.

Zu diesem Seminar wird optional ein Tutorium angeboten!
(Beginn des Tutoriums: 26.04.2007)

Literatur:

  • Barthes, Roland (1968): "La mort de l'auteur", in: Mantéia 5, 12–17 [dt. in: Jannidis, Lauer, Martínez & Winko (eds.) 2000, 185-193)].
  • Bosse, Heinrich (1981): Autorschaft ist Werkherrschaft. Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit, Paderborn: Schöning.
  • Burke, Seán (ed.) (1995): Autorship: Form Plato to the Postmodern. A Reader, Edinburgh: Edinburgh UP.
  • Detering, Heinrich (ed.) (2002): Autorschaft. Positionen und Revisionen, Stuttgart & Weimar: Metzler.
  • Foucault, Michel (1969): "Qu'est-ce qu'un auteur?", in: Bulletin de la Société Française de Philosophie 63/3, 73–104 [dt. in: Schriften zur Literatur, Frankfurt/Main 2003, 234-270 bzw. in: Jannidis, Lauer, Martínez & Winko (eds.) 2000, 198-229].
  • Jannidis, Fotis, Gerhard Lauer, Matías Martínez & Simone Winko (eds.) (1999): Rückkehr des Autors. Zur Erneuerung eines umstrittenen Begriffs, Tübingen.
  • Jannidis, Fotis, Gerhard Lauer, Matías Martínez & Simone Winko (eds.) (2000): Texte zur Theorie der Autorschaft, Stuttgart: Reclam.
  • Kleinschmidt, Erich (1997): Art. "Autor", in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. I, 176-180.
  • Städtke, Klaus & Ralph Kray (eds.) (2003): Spielräume des auktorialen Diskurses, Berlin: Akademie Verlag.
  • Wetzel, Michael (2000): Art. "Autor/Künstler", in: Ästhetische Grundbegriffe, Bd. I, 480-544.
  • Wimsatt, William K. & Monroe C. Beardsley (1946): "The intentional fallacy", in: The Sewanee Review 54, 468-488 [dt. in Jannidis, Lauer, Martínez & Winko (eds.) 2000, 80–101].

 


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