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(Modul AVL 132a) – 16406 PS

Matthias Schwartz

Schauerlandschaften: Vampire, Hexen und Dämonen in Osteuropa

Mi 14.00-16.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, K 25/11

Beginn: 18. April 2007

Die stereotypisierte Fremdheit des Raumes Osteuropa wird, so Christoph Augustynowicz, aus Sicht des Westens in der Figur des Vampirs verkörpert. Vor allem Bram Stokers Roman „Dracula“ (1897) prägte die Bilder osteuropäischer Landschaften als Orte, an denen etablierte Grenzziehungen zwischen Eigenem und Anderem, Erlaubtem und Tabuisiertem, Religion und Sexualität, Leben und Tod, Zentrum und Peripherie oder Fortschritt und Rückständigkeit durchlässig werden. Solche literarischen Bilder sind innerhalb der osteuropäischen Kulturen schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Sie beziehen sich auf ländliche Gebiete in Transsilvanien, Galizien, der Ukraine oder Litauen genauso wie auf die düsteren Viertel neuzeitlicher Großstädte. Dabei sind es nicht nur Vampire, sondern auch Hexen, Dämonen und andere Geister, die eine an bestimmte Gegenden gebundene „Ästhetik des Horrors“ begründen. Diesen imaginierten Geografien schauerlicher Begegnungen und den unterschiedlichen Funktionsmechanismen solcher Fremd- und Eigenzuschreibungen möchte das Seminar anhand von Texten von Arthur Conan Doyle, Nikolaj Gogol’, Robert E. Howard, Prosper Mérimée, Leopold von Sacher-Masoch, Adam Mickiewicz, Bruno Schulz, Fedor Sologub, Bram Stoker, Aleksej K. Tolstoj, Ivan Turgenev, Jules Verne und anderen sowie anhand von ausgewählten Literaturverfilmungen nachgehen.

Literatur zur Einführung:
Augustynowicz, Christoph: „Trag mich nach Südamerika“. Schauplätze osteuropäischer Vampirliteratur des 19. Jahrhunderts und ihre Konnotationen, in: KakanienRevisited (23.08.2003), S. 1-7. (http://www.kakanien.ac.at/beitr/fallstudie/CAugustynowicz1.pdf)
Brittnacher, Hans Richard: Ästhetik des Horrors. Gespenster, Vampire, Monster, Teufel und künstliche Menschen in der phantastischen Literatur, Frankfurt a.M. 1994.

 


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