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(Modul AVL 132c) 16408 PS
Die Figur des Übersetzers/Das Motiv des Sprachwechsels
Do 14.00-16.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/135
Beginn: 19. April 2007
In Erzählungen über Dolmetscher, Ausgewanderte oder Flüchtlinge werden Erfahrungen der Mehrsprachigkeit häufig thematisiert. Der Stoff birgt gleichzeitig Implikationen, die sich nicht allein aus der Handlung erschließen lassen: In den mythologischen, philosophischen, historischen, politischen und bisweilen neurolinguistischen Diskursen verliert die bloße Existenz mehrerer Sprachen schnell ihre Selbstverständlichkeit. In der Gegenwartsliteratur verschmilzt bisweilen die alttestamentarische Tradition – die Mehrsprachigkeit der Menschheit als Ergebnis einer Katastrophe zu betrachten – mit einer Kultur anonymer Simultandolmetscher und automatisierter Übersetzungsvorgänge. Übersetzerfiguren geistern als Schatten und unsichtbare Vermittler durch die Texte. Andere Romanfiguren verwenden die fremde Sprache als Abgrenzung gegen eine als katastrophal empfundene Wirklichkeit. Wiederum andere stellen das Leiden unter der Last des unerfüllbaren Übersetzerauftrages zur Schau. Hier steht das Versagen an der Sprache im Zentrum – unter Druck dreht der Dolmetscher durch.
Durch abwechselnde Lektüre theoretischer und literarischer Texte über Sprachwechsel und Übersetzung soll das Kontextualisieren literarischer Motive geübt werden. Anhand von Texten aus verschiedenen Epochen wird der Frage nachgegangen, wie sich das Verhältnis zwischen Übersetzer-Romanfigur einerseits, und philosophischer Figur der Übersetzung andererseits formulieren lässt. Es gelten die üblichen Scheinanforderungen: Hausarbeit kombiniert mit Protokoll oder Referat.
Zur Vorbereitung
Erkundigen Sie sich über folgende Autoren: Ingeborg Bachmann, W. G. Sebald, Terézia Mora, Libuše Moníková, Peter Weiss, Georges-Artur Goldschmidt, Walter Benjamin, Gilles Deleuze/Felix Guattari, Jacques Derrida, Gayatri Spivak.
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