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16725 Proseminar

Martin v. Koppenfels

Harold Bloom


Anders als sein Antipode Paul de Man hat der US-amerikanische Literaturforscher Harold Bloom hierzulande bislang nicht allzu viele Leser gefunden. Wie de Man versteht er sich als ein Theoretiker des Lesens im emphatischen Sinne; doch im Unterschied zu dessen streng textimmanenter Rhetorik erarbeitet Bloom eine Rhetorik zwischen den Texten. Die von ihm betriebene wilde Psychoanalyse des literarischen Einflusses stellt eine provokante Alternative zu gängigen 'Intertextualitätstheorien' dar.

Das Seminar wird anhand von Blooms programmatischen Schriften eine Einführung in Fragen der Intertextualität, der Traditionsbildung, sowie eventuell der Kanonisierung geben. Zunächst sollen die rhetorischen und psycho-analytischen Grundlagen dieser Schriften erarbeitet werden. Das Augenmerk gilt sodann Blooms Darstellung esoterischer Traditionslinien (Kabbalah and Criticism, The Strong Light of the Canonical).

ZUR ANSCHAFFUNG empfohlen:

  • The Anxiety of Influence. Oxford 1997.
  • A Map of Misreading. 1975.
    deutsch: Eine Topographie des Fehllesens. (Suhrkamp) 1997.
  • Dazu evtl.: Kafka - Freud - Scholem. Drei Essays. (Stroemfeld) 1990.

ZUR EINFÜHRUNG:

  • C. Mencke: "Wandernde Bedeutung. Zu zwei Büchern von Harold Bloom und Paul de Man".
    in: Merkur. 1991.

Das Proseminar wir von einem Tutorium begleitet.


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