Tutorium zum Proseminar 16725
Philipp Ekardt
Tutorium zum Proseminar von Martin v. Koppenfels:
Von Emerson zu Bloom: Subjektivität, Originalität und 'American Sublime' in Moderne und Postmoderne
Harold Blooms Schriften werden in Europa nur zögernd rezipiert. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, daß Bloom als Vertreter einer spezifisch US-amerikanischen literarischen und theoretischen Tradition gelten kann, die von Emersons Essays bis zu den Gedichten Ashberrys reicht und uns wenig präsent ist.
Das Tutorium zum Proseminar hat deswegen ein doppeltes Ziel: es soll eine Einführung in US-amerikanische moderne Dichtung leisten und über diese vermittelt einen Zugang zum Denken Blooms ermöglichen.
Zur Lektüre schlage ich vor:
- Ralph Waldo Emerson: Auszüge aus den Essays Nature und Self-Reliance.
- Walt Whitman: Song of Myself
- Emily Dickinson
- Wallace Stevens: The American Sublime
- Wallace Stevens: Of Modern Poetry
- John Ashberry.
Im Zentrum des Interesses wird der Topos des 'American Sublime' stehen. Bei der Untersuchung seiner jeweiligen Wandlungen wird besonderes Augenmerk auf die mit ihm verwobenen Konzeptionen von Subjektivität und Originalität zu richten sein.
Nachdem das amerikanische Erhabene in seinen modernen Ausprägungen situiert ist, wäre anschließend nachzuvollziehen, wie Bloom an seiner postmodernen Umschreibung arbeitet. Zu verfolgen ist, wie das 'American Sublime' in Blooms Schriften auf der Grundlage eines psychoanalytisch inspirierten Subjektkonzeptes die Gestalt eines intertextuellen ödipalen Wettstreits zwischen Autoren und ihren Vorläufern annimmt, die miteinander um größtmögliche Originalität rivalisieren.
Da es sich beim amerikanischen Erhabenen um ein spezifisch visuell vermitteltes handelt, besteht - bei entsprechendem Interesse der Teilnehmenden - die Möglichkeit einer kunsthistorischen Kontextualisierung: von den 'American Luminists' über die Landschaftsphotographien Edward Westons und Ansel Adams zu den Abstrakten Expressionisten Mark Rothko und Barnett Newman.