16423 Proseminar
Ernst Jünger und Jean Genet
Ernst Jünger und Jean Genet gehören bekanntermaßen zu den 'kontroverseren' Autoren der literarischen Moderne. Neben einer Diskussion der politischen Problematik ihrer Werke sowie der Mythologien, die um die Autoren gebildet wurden (und werden), soll vor allem eine genaue Lektüre unternommen werden.
Zwei Texte stehen im Mittelpunkt: Ernst Jüngers In Stahlgewittern und Jean Genets Journal du voleur. Beide zeigen eine Reihe von Strategien der Wahrnehmung bzw. Verfahren der Literarisierung des 'Anderen', des 'Abseitigen' der bürgerlichen Welt: Krieg und Tod (bei Jünger), Kriminalität, Gewalt, Häßlichkeit und Homosexualität (bei Genet) - Ästhetisierung des 'Schreckens' und Ästhetisierung des 'Asozialen'.
Untersucht werden poetische, ideologische und theoretische Korrespondenzen, die sich zwischen beiden Werken beobachten lassen - etwa über deutschen 'Dezisionismus' (Carl Schmitt, Ernst Jünger) und französischen 'Existentialismus' (Jean-Paul Sartre, Jean Genet). Außer den beiden schwerpunkthaft behandelten 'Tagebuch'-Texten - deren spezifische Form gattungstheoretisch zu umschreiben sein wird - werden auch benachbarte Schriften der Autoren (Wäldchen 125, Querelle de Brest u.a.) herangezogen und eine Reihe prominenter theoretischer Perspektivierungen erarbeitet: Christian Graf von Krockows Die Entscheidung, Karl Heinz Bohrers Die Ästhetik des Schreckens, Jean-Paul Sartres Saint Genet und Jacques Derridas Glas.
ZUR VORBEREITUNG:
- Ernst Jünger: In Stahlgewittern. (Klett Cotta).
- Jean Genet: Journal du voleur. (Gallimard/folio).
deutsch: Tagebuch eines Diebes. (rororo).