16428 Proseminar
Beckett
"If I were in the unenviable position of having to study my work my points of departure would be the 'Naught is more real' and 'Ubi nihil vales...' both already in Murphy and neither very rational",
lautet Becketts Antwort auf die Frage einer amerikanischen Literaturwissenschaftlerin nach den theoretischen Ausgangspunkten seines Schreibens. Wir wollen diese 'nicht beneidenswerte Position' als Herausforderung annehmen und im Rahmen eines dreistündigen Proseminars versuchen, einen methodischen Zugang zu den äußerst komplexen Textstrategien des zweisprachig arbeitenden irischen Schriftstellers (1906-1989) zu finden.
Die Referenztexte unserer Diskussion bilden indessen nicht die Theater-Klassiker Waiting for Godot und Endgame, sondern der Roman Molloy sowie eine Reihe kürzerer Texte, die für unterschiedliche Medien - Hörspiel, Fernsehen, Theater, aber auch die 'reine' Lektüreform - konzipiert wurden wie Krapp's last tape, Film, Quad, Le dépeupleur, Play und die Textsammlung Têtes mortes.
Da die meisten Texte sehr kurz sind, können sie von Sitzung zu Sitzung vorbereitet werden; es empfiehlt sich allerdings dringend, Molloy schon während der Semesterferien zu lesen (hier werden wir die französische 'Originalversion' - in: Edition de Minuit - benutzen). Bei den anderen Texten soll auf mehrsprachige Paralleldrucke (franz., engl., dt.) zurückgegriffen werden.
Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats. Einen guten Einstieg in die Beckett-Lektüren vermitteln Friedhelm Rathjen: Beckett zur Einführung. Hamburg 1995 und Alfred Simon: Beckett. Paris 1983.