16400 Vorlesung
Rhetorik (I)
Die Kunstlehre der Rhetorik hat seit ihren antiken Anfängen wie keine andere Lehre das Feld des Sprechens definiert und geregelt: sie ist eine Theorie und Praxis der Sprache, der Affekte und der Seele, der Macht, der Magie, der sozialen Differenzen, der juristischen Entscheidungsfindung, der politischen Beratung, der Verführung und Heilung, der Argumentation und - nicht zuletzt - der Formen und Effekte literarischer Rede und Schrift.
Die auf zwei Semester angelegte Vorlesung präsentiert den Grundriß sowie die herausragenden Stationen und Transformationen dieser Lehre. Das erste Semester gilt vor allem der sophistischen Begründung der Rhetorik, ihrer Kritik durch Plato und ihrer kritischen Ehrenrettung und Systematisierung durch Aristoteles. Die dabei zu behandelnden Texte sind noch heute die unerlässliche Grundlage jedes Nachdenkens über und jeder Aktualisierung der Rhetorik.
VORBEREITENDE LEKTÜRE:
- F. Kennedy: The Art of Persuasion in Greece.
Princeton 1963.
- Roland Barthes: "Die alte Rhetorik".
in: Roland Barthes: Das semiologische Abenteuer.
Frankfurt am Main (edition suhrkamp 1441) 1988, S. 15-101.
- Manfred Fuhrmann: Die antike Rhetorik.
München und Zürich 1984.