16401 Vorlesung
Die Kunst des Aufzählens. Zur Poetik des Enumerativen
Aufzählungen finden sich in der modernen Literatur außerordentlich häufig: Man denke an Autoren wie Flaubert, Whitman, Joyce, V. Woolf, Benn, Borges, Perec, H. Fichte ...
Aufzählungen gehören aber auch quer durch die Geschichte und die Kulturen zur Literatur überhaupt; Beispiele dafür sind Homer, die Bibel, Sei Shonagon, Rabelais, Swift, Sterne ...
Aufzählungen treten in konkreter Gestalt auf als Inventar, Litanei, Gesetzestafel, Beschreibung, Rezept, Fragebogen, Chronik ...
Anhand ausgewählter Beispiele aus dieser breiten Palette fragt die Vorlesung nach Strategien und Funktionen des Aufzählens in literarischen Texten. Der Schwerpunkt liegt in der europäischen Literatur seit dem 18. Jahrhundert, vergleichend und kontrastierend aber werden auch Beispiele aus früheren Epochen herangezogen. Dabei kommen Probleme der Rhetorik - im alten und aktualisierten Sinn - sowie der Wissenschafts- und Mediengeschichte zur Sprache.