16423 Proseminar
Liebe
Die Liebe ist eines der gängigsten Themen der Literatur und zugleich als Phänomen eines der theoretisch am wenigsten erschlossenen. Im Seminar wollen wir die Liebe in ihrer kulturgeschichtlichen Evolution untersuchen: von der Antike bis in die Gegenwart.
Wir werden ihre prominentesten Mythen betrachten: Odysseus & Penelope, Aeneas & Dido, Orpheus & Eurydike, Pyramus & Thisbe, Achilles & Patroklos ... Und wir können sie anhand ihrer einflußreichsten literarischen Figurationen analysieren: von Platons Symposion und Ovids Ars amatoria über Shakespeare und Goethe, realistischen Roman und Surrealismus bis zu Trivialliteratur, Film, Popmusik und Postmoderne.
Wir lesen Texte, die - direkt oder diskursiv - bestimmend wurden für unsere eigenen Vorstellungen, die wir bei dieser Gelegenheit ästhetisch betrachten und kritisch reflektieren können. Und nicht zuletzt werden wir sie aus verschiedenen theoretischen Perspektiven wahrnehmen: mit dem Instrumentarium von Systemtheorie, Psychoanalyse, Soziologie und Strukturalismus, anhand einschlägiger Texte von Niklas Luhmann, Sigmund Freud, Georg Simmel, Octavio Paz, Roland Barthes, Michel Foucault, René Girard, Julia Kristeva und vieler anderer.
Eine Liste mit Vorschlägen für Primär- und Sekundärtexte wird zu Beginn des Seminars zur Diskussion gestellt.
ZUR VORBEREITUNG wird die Lektüre von Niklas Luhmann: Liebe als Passion (stw 1124) oder Octavio Paz: La llama doble (deutsch: Die doppelte Flamme) vorgeschlagen.