17046 Proseminar
Der französische Surrealismus
Das Seminar wird sich mit der Lektüre von André Bretons Nadja (1928) befassen. Anhand der Analyse dieses Texts, der eine prominente Rolle in der literarischen Produktion des Surrealismus einnimmt, wird der Versuch unternommen, zentrale Axiome surrealistischer Poetologie zu untersuchen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt hier der Frage nach dem Verhältnis zwischen Freudschen Theorien und der ästhetischen Konstruktion surrealistischer Werke; dabei soll der zentrale Begriff der écriture automatique genetisch aus der Technik der freien Assoziation zurückverfolgt sowie die Auflösung der Grenze zwischen Normalität und Pathologie auf ihren (vermeintlich) Freudschen Ursprung zurückgeführt werden.
Bekanntlich hat Freud die ihm angebotene Schirmherrschaft über die künstlerische Bewegung um Breton entschieden abgelehnt, was nicht zuletzt das im Seminar zu diskutierende Problem aufwirft, ob die surrealistische Auslegung und Indienstnahme der Psychoanalyse Legitimität beanspruchen kann. Weitere Texte wie z.B. Le Manifeste du surréalisme (I und II) sowie Auszüge aus Freuds Schriften zur Hysterie und zum Traum sollen komplementär herangezogen werden.
DAS SEMINAR richtet sich gleichermaßen an Studierende der Romanistik und der AVL. Nadja sollte den Teilnehmern bereits zu Beginn des Seminars bekannt sein. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheins sind die mündliche Präsentation eines Kurzreferates sowie die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.