16200 Vorlesung
Bernd Seidensticker
Das antike Theater
Die Vorlesung wird versuchen, einen Überblick über Entstehung und Entwicklung des griechischen und römischen Theaters zu geben. Der Akzent liegt dabei nach einem kurzen Blick auf die Entstehung des antiken Dramas und Theaters nicht auf Stücken und Autoren, sondern auf dem Theater als Institution.
Behandelt werden die Entwicklung des Theaterbaus (vom Tanzplatz zum römischen Prachtbau) und die Organisation des Theaterbetriebs von Spielplan und Finanzierung über Personal (Schauspieler, Statisten, Chor, Musiker, Bühnenarbeiter) und Ausstattung (Maske, Kostüme, Requisiten, Theatermaschinen) bis zu den verschiedenen Formen dramatischen Spiels (Tragödie, Komödie, Satyrspiel, Mimos u.a.), sowie zu Inszenierung und Publikum.
Eingehende Interpretationen ausgewählter Szenen werden zudem die große Bedeutung der Opsis, der szenischen Umsetzung der Texte ins Visuelle, dokumentieren, die Aristoteles in der Poetik fast völlig ignoriert hat.
Das Theater spielte sowohl in Griechenland als auch in Rom eine bedeutende kulturelle, gesellschaftliche und politische Rolle. Eine Vorlesung über das antike Theater ist deswegen nicht nur für klassische Philologen, sondern auch für Theaterwissenschaftler und Komparatisten, Archäologen und Althistoriker von Interesse.
Interessierte Studenten dieser Fächer sind herzlich willkommen. Besondere Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. Alle antiken Texte und Quellen werden (auch) in Übersetzung vorgelegt.
Ein detailliertes Programm, das zu Beginn des Semesters ausgehängt wird, ermöglicht auch die Teilnahme an einzelnen Stunden bzw. an Teilen der Vorlesung.