16420 Proseminar
Zola und die Rhetorik des Naturalismus
Was heißt naturalistisches Schreiben? Wogegen richtet es sich? Wie sieht der wissenschaftsgeschichtliche Kontext dieses Projekts aus? Welche literatur- und zeichentheoretischen Probleme ergeben sich aus der Programmatik dieser wirkungsmächtigen literarischen Strömung? Dies sind die Leitfragen des Seminars zu einigen Romanen und Theorien des französischen Erfolgsschriftstellers Émile Zola.
Neben einer kritischen Rekonstruktion der Rhetorik und Semiotik des Naturalismus sollen einige kulturgeschichtlich interessante Themen im Fokus der Diskussionen stehen: Figurationen der Ökonomie, der Frauen, der Körper und Phantasmen des Begehrens, welche die positivistische Logik der Abbildung vermutlich durchkreuzen.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Lektüre und Diskussion von Zolas Romanen Au Bonheur des Dames und LArgent, die möglichst vor Semesterbeginn gelesen werden sollten. Daneben werden wir einige kürzere theoretische Schriften des Vordenkers naturalistischen Schreibens studieren. Für den Seminarverlauf ideal wäre es, wenn einige weitere Romane Zolas durch Referate präsentiert werden könnten, insbesondere: Nana, Germinal, Luvre, Le Docteur Pascal. Überblicksreferate über naturalistische Literaturströmungen jenseits von Frankreich sollen das Seminarprogramm komparatistisch abrunden.
Zur Einführung:
- Hans-Joachim Müller: Der Roman des Realismus-Naturalismus in Frankreich. Eine erkenntniskritische Studie.
Wiesbaden 1977.
Einen Überblick über die Zola-Rezeption und -Forschung bietet:
- Auguste Dezalay: Lectures de Zola.
Paris 1973.
Zur Anschaffung empfohlen:
- Émile Zola: LArgent. (folio-Ausgabe).
- Émile Zola: Au Bonheur des Dames. (folio).