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16453 Hauptseminar

Dorothee Gelhard

Problemfeld Galizien


Nach der ersten polnischen Teilung 1772 wird der Teil, der Österreich zugefallen war, als "Königreich Galizien und Lodomerien" mit der Hauptstadt Lemberg eingegliedert und nach 1918 ins wiedererstandene Polen reintegriert. Das damalige Galizien ist uns heute nur noch als Mnemotop gegenwärtig und bildet doch mit seinen polyethnischen Kommunikationsräumen ein gutes Beispiel, wie verschiedene Kulturkontexte nebeneinander bestehen können und sich gegenseitig beeinflussen.

Leopold von Sacher-Masoch ist einer der ersten österreichischen Schriftsteller, die auf das Nebeneinander von Polen, Ukrainern und Juden in Galizien hingewiesen haben, die sich - sofern literarisch greifbar - auf eine sprachliche Trias Polnisch, Deutsch und Ukrainisch erstreckt.

Das Seminar will - ohne glorifizierende Mythisierung - diesem Nebeneinander der Multikulturalität in den literarischen Texten nachgehen und u.a. folgende Schwerpunkte behandeln:

  • das Verhältnis zur KuK-Monarchie,
  • Polen und Russland,
  • der Mythos des Schtetls,
  • Literatur und Gedächtnis.

Das Seminar richtet sich an die Studierenden der AVL, der Slavistik und der Osteuropastudien. Bedingungen für die Scheinvergabe sind regelmäßige und aktive Teilnahme, schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit.


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