16456 Hauptseminar
Image and Identity - Text-Bildbeziehungen im amerikanischen Roman des 19. Jahrhunderts
Im Zentrum dieses Seminars stehen die Beziehungen zwischen Strukturen, Genese und medialen Erscheinungsformen visueller Imagination und Textkultur in der amerikanischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Herangezogen werden dabei klassische kanonische Erzählungen und Romane von Autoren wie Poe (The Oval Portrait), Hawthorne (The Birthmark) und Melville (Benieto Cereno, Typee), die aus der Perspektive folgender Schwerpunkte untersucht werden sollen:
- Die Entstehung und Funktion von Identitätsbildern wird im Kontext von Self-Fashioning und anderen Strategien der Selbstrepräsentation untersucht, die in den herangezogenen Texten virulent sind. Hier kann auch ein Seitenblick auf die in der Periode populären Freak-Shows stattfinden.
- Die Wirkungsweise bestimmter Sehstrategien, so wie sie besonders bei der dominanten Trennung zwischen öffentlicher und häuslich/privater Sphären auftreten, soll anhand der analysierten Texte deutlich werden. An dieser Stelle wird auch ein Exkurs zur Kategorie Picturesque angestrebt.
Ausschlaggebend für theoretische Reflexionen werden Bildtheorien und die Funktion visueller Imagination im Kontext von Romanpoetiken seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sein. Zugleich soll exemplarisch Einblick in die Methoden des New Historicism und die Anwendungsweisen aktueller Medien- und Kulturtheorien, insbesondere die des Performativen, gewonnen werden.