32212 Hauptseminar
Heinz Ickstadt und Roxana Preda
Ezra Pounds Cantos
Innerhalb der transatlantischen Moderne gibt es wohl keine Figur, die durch ihre Poetik so einflussreich und zugleich durch ihr politisches Engagement für den italienischen Faschismus so sehr in Misskredit geraten ist wie Ezra Pound. Die Cantos, sein allumfassendes Lebenswerk, standen lange Zeit im Schatten von T.S. Eliots The Waste Land, haben sich aber in ihrer Wirkkraft auf die Entwicklung der amerikanischen Lyrik (von William Carlos Williams und H.D. über Charles Olson bis zur Gegenwart) als einflussreicher erwiesen.
Das Seminar will sich mit der Struktur des Werkes beschäftigen, vor allem aber in einem close reading mit ausgewählten Cantos auseinandersetzen. Dabei geht es einmal um Pounds poetische Verfahren (Collage, Ideogramm), aber auch um seine Verarbeitung von Materialien der amerikanischen, europäischen und nicht-europäischen Geschichte und Kultur(en) sowie um Pounds Versuch, seine ästhetischen Prinzipien mit politischen und ökonomischen Prinzipien des "rechten Maßes" zu verbinden.
Texte:
- Ezra Pound: The Cantos.
New York (New Directions) 1998.
- Eva Hesse: Ezra Pound.
München (Kindler) 1976.
- Marjorie Perloff: "No Edges, No Convexities: Ezra Pound and the Circle of Fragments,".
in: The Poetics of Indeterminacy: Rimbaud to Cage.
Princeton (Princeton UP) 1981.
- Donald Hall: "Ezra Pound: An Interview".
in: Paris Review. 28 (1962), S. 22-51.
- Caroll Terrell: A Companion to the Cantos of Ezra Pound.
Berkeley (University of California Press) 1980.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme, mündliche Mitarbeit und eine längere schriftliche Hausarbeit von ca. 20-25 Seiten.