16431 Übung
Das Portrait als literarisches Genre. Geschichte und Schreibübung
(Angewandte Literaturwissenschaft)
Die kurze, profilierende Darstellung von Personen und Lebensgeschichten ist eine Textsorte, die aus den meisten Medien nicht wegzudenken ist. Ob Theater-Öffentlichkeitsarbeit oder Literaturgeschichte, ob Feuilleton, Wirtschafts- oder Politik-Seiten der Zeitungen, das Portrait findet sich überall. Warum ist das so? Und seit wann? Ist das gut so? Und wie sind informative, unterhaltsame und originelle Portraits gebaut? Die Übung will diesen Fragen in drei Anläufen nachgehen.
Mit der exemplarischen Analyse von historisch aufgefächerten Portraits wollen wir beginnen: von Herder und Goethe über einige große Essayisten der Zwanziger Jahre (Franz Blei, Maximilian Harden, Emil Ludwig u.a) bis zu aktuellen deutschen, englischen und französischen Zeitungs-Veröffentlichungen (etwa Nachrufe über Siegfried Unseld oder Rudolf Augstein). Zur Distanznahme wollen wir kurze kritisch-theoretische Analysen über den Kult der Biographik von Leo Löwenthal und Siegfried Kracauer diskutieren. In einem dritten Schritt sollen die Empfehlungen zur Portrait-Produktion aus einigen Journalismus-Lehrbüchern gelesen werden und schließlich eigene Portrait-Texte verfaßt werden.
Zur Vorbereitung empfohlen: Lesen, Sammeln, Analysieren und Klassifizieren von Portrait-Texten aus diversen Printmedien.
Zur Einführung: historische und literaturwissenschaftliche Orientierung zur Gattung des Portraits und seiner Erforschung finden Sie am kompaktesten durch Lektüre des Eintrags Biographie, in: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik.
Anmeldung erbeten per E-Mail an: berndb@zedat.fu-berlin.de.