16455 Hauptseminar
Ästhetik und Ethik
In den 90er Jahren ist durch Autoren des Poststrukturalismus (Foucault, Derrida, Lyotard, Rorty) und Neoaristotelismus (Taylor, MacIntyre, Nussbaum) die Frage nach der Ethik künstlerischer Produktion bzw. nach den ethischen Implikationen philologischer Lektüren aktualisiert worden. Diese Diskussion hat auch Resonanz im deutschen Sprachbereich gefunden (Bubner, Bohrer, Weltsch, Menke, Seel, Früchtl). Zugleich läßt sich zeigen, daß die konstatierte Aktualität von literaturwissenschaftlicher Theorie über den Zusammenhang von Ästhetik und Ethik zum besonders pointierten Potential der Literatur unserer Jahre gehört (Philipp Roth, Ian McEwan, WG Sebald).
In welchem Verhältnis stehen literarische Entwicklung und Theoriebildung? Schreibt die Literatur vor, was die Theoretiker einholen, folgt die Literatur einem theoretischen Trend? Wie verhalten sich literarischer und theoretischer Diskurs zueinander? Das Seminar geht diesen Fragen in der Lektüre sowohl literarischer wie theoretischer Texte nach.
Literatur zur Vorbereitung:
- Die Lektüre von Romanen der genannten (Roth, McEwan, Sebald) und selbstgewählter anderer Autoren.
- The Critical Review 1993, Heft 3.
- Gerhard Hoffmann und Alfred Hornung (Hg.): Ethics and Aesthetics. The Moral Turn of Postmodernism.
Heidelberg 1996.
- 1PMLA 114 (1999), Nr. 1.