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52741 Hauptseminar

Georg Witte

Gegenstandslosigkeit in Literatur und Kunst


‚Gegenstandslosigkeit‘ steht im Zentrum avantgardistischer Kunstprogramme. Sie hat ihre eigene Geschichte - vom Futurismus und Suprematiamus über die absurden Positionen der Spätavantgarde bis hin zu den Konzeptualismen der Postmoderne. Sie gilt traditionell als radikale Konsequenz eines antimimetischen Kunstverständnisses.

Über diese Problematik der Motivierung künstlerischer Bild- und Zeichenfindung hinaus wäre heute danach zu fragen, inwiefern ‚Gegenstandslosigkeit‘ auch den physischen, materiellen Status des Kunstgegenstands, d. h. des bildlichen oder textuellen Artefakts selbst betrifft. Das wird besonders in den konzeptualistischen Ästhetiken der ‚Leere‘ sowie in ‚ikonoklastischen‘ Tendenzen zeitgenössischer Aktionskunst manifest.

Lektüregrundlage des Seminars werden sowohl Beispieltexte aus russischer Avantgarde und Postmoderne als auch philosophische Texte aus dem Umfeld einer Negativitätsästhetik sein.


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