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16401 Vorlesung

Winfried Menninghaus

Das antike Denken der Schönheit


Aus der Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts ist der Begriff des Schönen weitgehend verschwunden. Begriffe wie Literarizität und Poetizität ersetzen nicht nur die alten Kategorien der Ästhetik, sie sind auch ‚Schönheitsvermeidungsbegriffe‘. Adorno hat dagegen die Notwendigkeit des Schönheitsbegriffs eingeklagt: „Würde nicht von Artefakten, wie sehr modifiziert, geurteilt werden, daß sie schön seien, so wäre das Interesse an ihnen unverständlich und blind ... So wenig ist das Schöne zu definieren wie auf seinen Begriff zu verzichten.“

Die auf drei Semester angelegte Vorlesung wird versuchen, das Problem des Schönen anhand der Geschichte des Begriffs oder genauer: der artikulierten ‚Theorien‘ des Schönen von der Antike bis heute zu entwickeln. Das erste Semester wird den ‚Theorien‘ des Schönen vor der Erfindung der ‚Ästhetik‘ als einer neuen ‚Wissenschaft‘ im 18. Jahrhundert gelten. Der größte Teil des Semesters wird sich mit antiken Texten (Homerische Epen, Hesiod, Pythagoras, Xenophon, Plato, Aristoteles, Plotin, Vitruv) beschäftigen.

Vorbereitende Lektüre:

  • Julius Walter: Die Geschichte der Ästhetik im Altertum. Hildesheim (Olms) 1967. (zuerst Leipzig 1893).
  • Wladyslaw Tatarkiewicz: Geschichte der Ästhetik. Band 1: Die Ästhetik der Antike. Basel und Stuttgart (Schwabe) 1979.

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