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16422 Proseminar
Theorien des Gesamtkunstwerks. Intermedialitätskonzepte von der Romantik bis zum Videoclip
Nicht erst seit der Entgrenzung der Künste in Happenings und Installationen versuchen Künstler und Kunsttheoretiker, Gattungsgrenzen aufzuheben und diverse Medien zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden. Literatur und Musik, Architektur, Malerei und Tanz sollen so zu Darbietungen werden, die alle Sinne adressieren. Ziel des Seminars ist der Überblick über die prominentesten dieser Entgrenzungs- und Integrationsphantasien seit 1800. Dazu werden wir uns unter anderem Theorien und Werke von Schlegel, Schinkel und Wagner ansehen, die futuristischen und dadaistischen Manifeste und Abendveranstaltungen besichtigen und über das Bauhaus schließlich beim Pop-Videoclip und der Disco als multimedialer Installation landen.
Als Analyse-Kategorien können dabei folgende Leitfragen dienen: Gegen welche Kunstpraktiken wird das Gesamtkunstwerk als Verheißung propagiert? Welche politischen und gesellschaftstheoretischen Utopien sind den Kunstreform-Programmen eingeschrieben? Welche technischen Innovationen werden in den Gesamtkunstwerken verwendet? Wie ist das Verhältnis von textlicher Programmatik und ausgeführten Werken? Welche Rolle spielen dabei künstlerische Manifeste, die teilweise zu den Hauptwerken einer manifestistischen Avantgarde zu werden scheinen? Welche Konzepte werden als Vereinheitlichungsoperatoren zwischen den Künsten angeboten (etwa: Mythos, Rhythmus, Harmonie, Affekte ...)? Welche Sinne werden in den jeweiligen Intermedialitätskonzepten adressiert und welche Art ästhetischer Anthropologie liegt dem Modell zugrunde? Mit welchen Mitteln und welchen Absichten werden die Grenzen von Akteuren und Publikum überschritten?
Das Lektürepensum pro Woche beträgt 30-50 Seiten.
Zur Vorbereitung lesen Sie bitte den Eintrag Gesamtkunstwerk in Karlheinz Barck (Hrsg.): Ästhetische Grundbegriffe und schmökern Sie in Harald Szeemann: Der Hang zum Gesamtkunstwerk. Aarau und Frankfurt 1983.
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