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16440 Übung
Markus Bauer
Jüdische Galuth
Thema der Lehrveranstaltung ist das Konzept der Galuth in der jüdischen Literatur vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit der Vertreibung durch das nationalsozialistische Regime. Es geht darum, an ausgewählten Textbeispielen zu analysieren, in welcher Form die über Jahrtausende bewahrte biblische Exilvorstellung in der Moderne hinterfragt bzw. transformiert wurde.
Im Mittelpunkt stehen hierbei die Spiegelung der jüdischen Assimilations- und Autonomietendenzen in literarischen Texten und die zur gleichen Zeit stattfindende Suche nach neuen weltanschaulichen Optionen, die nur vermittelt auf die tradierten Vorstellungen sich beziehen. Neben den poetischen Texten finden auch Essays Beachtung, in denen das Konzept selbst und die veränderten politischen und religiösen Bedingungen diskutiert werden.
Die Veranstaltung zielt darauf ab, Galuth auch als eine vielgestaltig wirksam werdende Inspirationsquelle für unterschiedliche Textintentionen herauszuarbeiten. Gegenstand der Veranstaltung werden als Quellentexte (neben eventuell von den TeilnehmerInnen vorgeschlagenen) sein:
- Arthur Schnitzer: Der Weg ins Freie (1909),
- Franz Kafka: Der Türhüter (1912),
- Martin Buber: Chassidische Geschichten (1912),
- Joseph Roth: Juden auf Wanderschaft (1924),
- Fritz Dienemann: Galuth (1928),
- Briefwechsel Walter Benjamin Gershom Scholem (1929-1940),
- Yitzhak Baer: Galut (1936),
- Renée Brand: Niemandsland (1940).
Weiterführende Literatur:
- Markus Bauer: Exil und Galut. Zum jüdischen Selbstverständnis nach 1933.
in: Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch. 18 (2000), S. 37-50.
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