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16441 Übung
Montaigne, Bacon und die Folgen. Der Essai als Form. Geschichte, Theorie und Schreibübung
Essais sind Orte philosophischer Denkbewegungen, die sich freilich auf eigene Erfahrungen berufen und in literarisch spielerischer Form präsentieren. Essais stehen im Spannungsfeld zwischen radikaler Freiheit des sich und seine Gedanken ausprobierenden Essayisten und den Erwartungshorizonten von Medienformaten und Lesern.
Ziel der Übung ist es, mit der schwer definierbaren und doch vielfältig verwendbaren Gattung des Essais vertraut zu machen. Dabei wollen wir uns etwa gleichgewichtig drei Aspekten dieser kleinen universalistischen Gattung widmen. Wir beginnen mit einem historischen Längsschnitt, der anhebt mit der Grundlegung des Genres in der Renaissance: Montaigne schreibt ausgehend von klassischen Maximen stark subjektivistische Meditationen, Bacon hingegen eher didaktische, wissenschaftliche Kurzdarstellungen. Weitere wichtige Stationen, die wir uns an exemplarischen Essais vergegenwärtigen, sind die englische Aufklärung, die deutsche Romantik (Schlegel), Heinrich Heine, die Weimarer Republik und schließlich unsere Gegenwart.
Gattungstheoretische Reflexionen von Lukács, Adorno und anderen werden unsere Leseproben aus der Gattungsgeschichte in einen formgeschichtlichen und geschichtsphilosophischen Rahmen einbetten. Der dritte Teil der Übung besteht aus einer Schreibwerkstatt. Hier sollen die Teilnehmenden selbst essayistische Texte schreiben, die dann gemeinsam diskutiert und optimiert werden.
Das wöchentliche Lesepensum beträgt 30-50 Seiten.
Zur Vorbereitung lesen und sammeln Sie Essays, denen Sie in Ihrem Lese-Alltag begegnen (Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Theaterprogrammhefte ...).
Zur Einführung:
- knapp: Der Eintrag Essai in Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik.
- ausführlich: Wolfgang Müller-Funk: Erfahrung und Experiment. Studien zur Theorie und Geschichte des Essayismus. Berlin 1995.
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