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16452 Hauptseminar
Kopflose Götterbilder. Rilke, Nietzsche und die moderne Lyrik
Nietzsches wirkungsmächtigstes Buch, Die Geburt der Tragödie, begnügt sich nicht damit, eine Theorie der attischen Tragödie zu liefern und Wagners Werk als deren Wiedergeburt zu feiern. Einbezogen in das Spannungsfeld der dominierenden Opposition von Apollinischem und Dionysischem ist auch eine Theorie der antiken Lyrik, die doch zugleich über die moderne Lyrik das Verdikt verhängt, gegenüber der antiken gleichsam kopflos zu sein.
Das Seminar wird sich von Nietzsche ausgehend mit verschiedenen Antworten auf diese Polemik befassen, wie sie etwa Rainer Maria Rilke, Stefan George oder Paul Celan gegeben haben. Dabei soll auch der Versuch unternommen werden, die sprachtheoretischen ebenso wie die politischen Implikationen zu diskutieren, die der auf Nietzsches Pathos der Distanz folgende Rückzug des Subjekts aus der Lyrik in so unterschiedlichen Programmen wie denjenigen Rilkes, Georges und Celans auf die moderne Dichtung hat.
Zur Vorbereitung: Die gründliche Kenntnis der Geburt der Tragödie ist erwünscht.
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