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52781 Hauptseminar
Ästhetik und Technik
So sehr in neueren ästhetiktheoretischen Ansätzen die Analogie von ars und techné wieder bemüht wird, um sich den Prozessen des Machens und Verfertigens von Kunstwerken zuzuwenden, so sehr werden doch Ästhetik und Technik gerne als unvereinbare Paradigmen gegenübergestellt. Das gilt zumal, wenn das Technische mit dem Geruch des entfremdeten Maschinellen behaftet ist.
Spätestens seit der Moderne haben wir es jedoch auch mit dem Phänomen expliziter Maschinenästhetiken, wie z.B. dem Konstruktivismus, zu tun, die das Feld des Ästhetischen besetzen und neu formulieren. Aus dieser Reformulierung sind beispielsweise Praktiken und Theorien der Medienästhetik hervorgegangen.
Über ihre jeweilige Programmatik hinaus machen diese Strömungen darauf aufmerksam, dass die dem Ästhetischen zugeschlagenen Künste nicht erst mit den Medien der technischen Reproduzierbarkeit, wie z.B. des Buchdrucks und der Fotografie, immer schon in einem Denk- und Funktionszusammenhang mit der apparativen Mechanik ihrer Materialisierung (oder auch Immaterialisierung) zu sehen sind.
Der Begriff des Technischen zielt innerhalb dieser Zusammenhänge weniger auf die Stromkreisläufe elektrischer Apparaturen, sondern er umfasst das Netz aus Reglementierungen, Codes, Gesetzen, Konventionen, innerhalb derer ästhetische Wahrnehmung bzw. die Konzeptualisierung dessen, was den Aesthetica zuzuschlagen ist, erfolgt.
Das Hauptseminar will einige solcher Netze rekonstruieren und dabei die Frage diskutieren, was ein technisches Kunstwerk / ein Kunstwerk im Zeichen der Technik sein kann.
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