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Modul AVL 132a 16404 Proseminar
Gastfreundschaft
Seit der Odyssee, den griechischen Tragödien und Platons Dialogen ist die Aufnahme des Fremden in europäischer Literatur und Philosophie eine stets wiederkehrende Frage. Die Gesetze der Gastfreundschaft und die Riten des Empfangs sowie die Rhetorik der Zurückweisung zeugen von der Ambivalenz, mit der dem Fremden als Freund und/oder Feind begegnet wird. Literatur ist selbst ein gastlicher Ort, an dem die unterschiedlichsten Fremden, Gespenster, Tote, Götter, Exilierte, von Vergessen oder Verdrängung Bedrohte aller Art Zuflucht finden. Wie denken literarische Texte über Empfang nach, über Gastlichkeit, und wie praktizieren sie sie? In der Frage der Gastfreundschaft thematisiert Literatur nicht zuletzt ihr eigenes Ethos. Auch über das der Literaturwissenschaft läßt sich im Licht jener Frage nachdenken.
Das Gastrecht und die Gastfreundschaft in Texten der griechischen Antike sowie im Alten und Neuen Testament sollen Ausgangspunkt des Seminars sein, dessen Schwerpunkt dann auf philosophischen und literarischen Texten um 1800 liegen wird (Kant, Goethe, Kleist, Lessing, Voltaire). Auch Studierende aus dem Hauptstudium sind in dem Seminar willkommen.
Zur Vorbereitung:
- Jacques Derrida: Von der Gastfreundschaft, Wien 2001.
- Alain Montandon: Désirs d’hospitalité. De Homère à Kafka, Paris 2002.
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