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Modul AVL 132b 16405 Proseminar
Die Heimkehr des Odysseus in die europäische Literatur
Am Beginn der westlichen Schrifttradition steht eine literarische Figur, die mit erstaunlicher Persistenz durch die Jahrhunderte hinweg wiederkehrt und gleichsam einen Wiedergänger in Texten darstellt: Odysseus.
Als Grenzgänger zwischen menschlichem und göttlichem Bereich, zivilisierten und barbarisch-gesetzlosen Gegenden, Ober- und Unterwelt ist er dabei nicht nur der einzige, der den Gesang der Sirenen hört und dafür nicht mit dem Leben zu bezahlen hat, sondern auch einer der wenigen, die den Hades als Lebende betreten und auch wieder verlassen. Als ‚Niemand’ (Odysseus/Oudeis) besetzt er gleichsam eine Leerstelle, die ihn zum universalen literarischen Helden prädestiniert.
Dabei ist bemerkenswert, dass bereits die Odyssee als wichtigster Prätext eine Anschlussstelle für seine spätere Wiederkehr in Texten vorgibt, wo Odysseus prophezeit wird, auch nach seiner Heimkehr nach Ithaka nicht ruhen zu dürfen, sondern ein weiteres Mal aufbrechen zu müssen.
Das Seminar bietet auch eine Einführung in die Grundlagen der Intertextualitäts-Diskussion.
Zur Einführung:
- Edzard Visser & Balbina Bäbler (2000): Art. „Odysseus“, in: Der neue Pauly 8, 1110-1116.
Literatur:
- Homer, Ilias, Odyssee.
- Dante, Divina Commedia
- Baudelaire, Charles, Le voyage (in: Les fleurs du mal 1857).
- Kafka, Franz, Das Schweigen der Sirenen (1917).
- Joyce, James, Ulysses (1922).
- Koeppen, Wolfgang, Tauben im Gras (1951).
- Schütz, Stefan, Odysseus’ Heimkehr (1977).
- Borges, Jorge L., El último viaje de Ulises (1982).
- Strauß, Botho, Ithaka. Schauspiel nach den Heimkehr-Gesängen der Odyssee (1966).
- Malerba, Luigi, Itaca per sempre (1997).
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