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16435 Vorlesung
Literarischer Primitivismus
Material
Nicht nur die bildende Kunst hatte ihren Primitivismus, wie es spätestens die vieldiskutierte New Yorker Ausstellung Primitivism in 20th Century Art (1984) umfangreich demonstriert hat, auch die Literatur. Parallel zu den künstlerischen Avantgarden entsteht in der literarischen Moderne eine bislang noch kaum zusammenhängend dargestellte primitivistische Poetik.
Auf der Suche nach Alternativen zur westlichen Kultur berufen sich Futuristen, Dadaisten, Surrealisten und Expressionisten auf den Begriff, Schriftsteller interessieren sich für die Forschungen der Ethnologen oder unternehmen Reisen nach Afrika, Asien oder Südamerika. Fast alle haben Lucien Lévy-Bruhl gelesen, der mit seinen Studien zur primitiven Mentalität (u.a. La mentalité primitive, 1922) die Karriere des Begriffs auch außerhalb der Ethnologie mitbegründet hat. Das gilt noch für die ersten Werke des lateinamerikanischen Magischen Realismus.
Die Vorlesung wird einen Überblick geben über die theoretischen Konzepte und wichtigsten Texte des literarischen Primitivismus. Sie wendet sich an Studierende der AVL und der Romanischen Philologie.
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