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16436 Vorlesung
Sprachformen ästhetischer Erfahrung
In Les mots et les choses hatte Foucault die These vertreten, dass im Prozess des fortschreitenden szientifischen Rationalismus und in einem historischen Paradigmenwechsel um die Mitte des 17. Jahrhunderts eine épistémè von Ähnlichkeiten und Analogien durch eine épistémè der Repräsentation abgelöst wird. Man hat daraus gefolgert, dass dieser Dynamik zufolge weite Bereiche der Kunstproduktion zu einer Abraumhalde historisch entwerteter Vorstellungs- und Darstellungsformen werden – wie es scheint zu unrecht.
Seit Baumgarten, Sulzer, Herder und Kant kristallisiert sich vielmehr ein eigener Diskurs ästhetischer Erfahrung heraus, der Fortsetzung und Weiterentwicklung über Nietzsche, Wittgenstein und Benjamin bis in aktuelle Positionen kunstphilosophischen Denkens findet. Wenn ästhetische Erfahrung neben Glauben und Wissen ein eigenständiger Modus der Weltaneigung ist, dann ist sie auf die kritische Reflexion ihrer Darstellungsformen und deren eigenständige Weiterentwicklung verwiesen.
Die Vorlesung nimmt das Thema Metapherntheorie aus einem meiner Kurse des vergangenen Semesters auf (in welchem Verhältnis steht die Sprache des begrifflichen Diskurses zur Bildersprache?) und stellt es in einen weiteren systematischen und historischen Zusammenhang. Darüber hinaus soll die Vorlesung Einblick in Stoffe und Themen des Sonderforschungsbereichs der FU Ästhetische Erfahrung geben.
Literatur:
- Gert Mattenklott (Hg. mit Gerald Funk und Michael Pauen): Ästhetik des Ähnlichen. Zur Poetik und Kunstphilosophie der Moderne. Frankfurt am Main (S. Fischer) 2001. [Dort auch weitere Literaturangaben]
- Gert Mattenklott (Hg.): Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste. Hamburg (Felix Meiner) 2004. [Dort auch weitere Literaturangaben]
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