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16441 Proseminar
Gregor Gumpert
A Gertrude is a Gertrude is a Gertrude. Einführung in das Werk Gertrude Steins
Gertrude Stein (1874-1946) ist eine der bedeutendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts und gilt zugleich als eine der schwierigsten: kompakt, unergiebig, ermüdend. Die Schwierigkeiten im Umgang mit Steins Werk beruhen oft auf etwas Einfachem, z.B. der Einfachheit einer reduzierten Sprache, die Banalitäten zu beschwören scheint: A rose is a rose is a rose.
Das Seminar soll an ausgewählten Texten einen Zugang zu Steins Denken und Schreiben eröffnen, zu einem Werk voller Eigensinn und Frische, Musikalität und Witz. Darüber hinaus wird nach dem Ort der Autorin im Kontext literarischer und künstlerischer Avantgarden des 20. Jahrhunderts zu fragen sein: Ich hab nichts zu sagen / und ich sage es / und das ist Poesie / wie ich sie brauche (John Cage, Vortrag über nichts, 1959).
Zur Vorbereitung empfehle ich intensive Stein-Lektüre. Als Einstieg ist zum Beispiel Paris, France (1940) geeignet.
Eine erste Orientierung geben:
- Edmund Wilson: Axels Schloß. Studien zur literarischen Einbildungskraft 1870-1930, München und Wien 1977 (das Kapitel über Stein).
- Helmut Heißenbüttel: Reduzierte Sprache. Über einen Text von Gertrude Stein, in: Helmut Heißenbüttel: Über Literatur. Aufsätze und Frankfurter Vorlesungen, Olten 1966 u.ö.
- Dietrich Scheunemann: Die Schriftzeichen der Maler - die Stilleben der Dichter. Grenzverwehungen zwischen den Künsten um 1910, in: Thomas Koebner (ed.): Laokoon und kein Ende. Der Wettstreit der Künste, München 1989.
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