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16442 Proseminar
Literaturwissenschaft, Criticism, critique
Wissenschaft im Sinn der harten sciences beansprucht die akademische Beschäftigung mit Literatur nur in Deutschland zu sein. Die drei in Europa und Amerika verwendeten Begriffe für eine Beschäftigung mit Literatur an Universitäten und im öffentlichen Leben unterscheiden – bis heute wirksam – sehr unterschiedliche Traditionen im deutschsprachigen, angelsächsischen und romanischen Bereich. Die beiden letzteren kennen relativieren die Grenze zwischen Literaturwissenschaft und Literaturkritik.
Das gibt Gelegenheit, die historischen Voraussetzungen und aktuellen Wirkungsbedingungen der unterschiedlichen Auffassungen des akademischen Literaturunterrichts und seiner Auswirkungen für die literarische öffentlichkeit bis in unsere Zeit kennen zu lernen. Die Neubegründung des wissenschaftlichen Positivismus unter verschiedenen Vorzeichen in Deutschland steht neben lebensweltlichen Entgrenzungen im angelsächsischen Bereich (Harold Bloom, Hans-Ulrich Gumbrecht) und der Verschränkung mit aktuellen philosophischen Reflexionen in Frankreich (Henri Meschonnic u.a.)
Das Seminar wird Querschnitte an historischen Sattelzeiten (um 1800 und 1900) vornehmen, um sich sodann einer aktuellen Bestandsaufnahme zuzuwenden.
Vor Beginn des Semesters wird ein Reader mit Textvorschlägen im Apparat des Seminars zur Information über das Semesterprogramm und zur Kopie ausliegen.
Die Mitarbeit der Teilnehmer durch Einführungen und Referate ist verbindlich.
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