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16444 Proseminar
Franziska Struzek-Krähenbühl
Unverständlichkeit in Literatur und Literaturtheorie
Unverständlichkeit gilt gemeinhin als Gegenbegriff zum vielfach vorausgesetzten Ideal der Verständlichkeit und Klarheit einer Mitteilung und daher als ein zu überwindender Fehler. Dennoch scheinen Unverständlichkeit, Dunkelheit, Mehrdeutigkeit oder Unsinn nicht etwa Sonder- oder Grenzfälle der literarischen und philosophischen Texte zu sein, sondern geradezu deren konstitutive Momente. Insbesondere bei der Aufgabe, das zu artikulieren, was sich der Sprache entzieht, taucht die Thematisierung der Unverständlichkeit auf.
Im Kurs sollen Texte von Meister Eckhart, Friedrich Schlegel, Novalis, Nietzsche, Mallarmé, Joyce und Kafka gelesen und unter anderem folgende Fragen diskutiert werden: Ist Unverständlichkeit ein Gegenbegriff zur Verständlichkeit, oder handelt es sich bei den beiden Begriffen nicht um eine binäre, klar zu trennende Opposition? Gibt es allgemeine Bedingungen für eine Rhetorik der Unsagbarkeit? Wie setzt sich die Kunst des Verstehens (Hermeneutik) mit der Unverständlichkeit auseinander? Welchen Zusammenhang bilden Unverständlichkeit und die Kritik am Medium der Sprache?
Lektüre für die erste Sitzung:
- Eckard Schumacher: Ironie der Unverständlichkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000. S. 9-85.
Lic. phil. Franziska Struzek ist Assistentin bei Frau Professor Dr. Barbara Naumann in Zürich. Sie hat Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert und schreibt eine Dissertation zur Poetologie der Oszillation bei Novalis.
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