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16447 Proseminar
Poetik der Kindheit in Texten um 1900
„Es wäre gut viel nachzudenken, um / von so Verlornem etwas auszusagen, / von jenen langen Kindheits-Nachmittagen, / die so nie wiederkamen – und warum?“
Dieser Aufforderung Rilkes (im Gedicht „Kindheit“ aus den Neuen Gedichten) soll das Seminar nachkommen. Dabei richtet sich das „Nachdenken“ zum einen auf die Darstellung von Kindheit in deutschen, französischen und englischen Texten um 1900: Was zeichnet diese „Kindheits-Nachmittage“ aus? Welchem „Verlornen“ gilt die Melancholie des Erinnernden? Zum anderen soll es um die Möglichkeit des „Aussagens“, um das „Wie“ der Darstellung gehen. Kann über diese Kindheit überhaupt gesprochen werden? Welche Sprache fordert dieses Sprechen? Entwickeln die Texte anhand dieser Thematik eine spezifische Poetik?
Wir werden uns auf Texte konzentrieren, die von einer Sehnsucht nach der verlorenen Zeit der Kindheit geprägt sind. Das Spektrum reicht dabei von Lewis Carolls Alice in Wonderland und James Matthew Barries Peter Pan über Marcel Prousts À la recherche du temps perdu (in Ausschnitten) bis zu Gedichten Rainer Maria Rilkes und Walter Benjamins Berliner Kindheit um Neunzehnhundert, die im Zentrum des Seminars stehen wird. Hinzu kommen theoretische Texte zu den behandelten Werken, zum Thema Erinnerung und zum Phantastischen.
Bitte lesen Sie zur Vorbereitung den ersten Teil („Combray“) von Marcel Prousts À la recherche du temps perdu 1: Du côté de chez Swann (ISBN/EAN: 2-07-037924-8, verlegt bei Sodis; deutsch: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1. Unterwegs zu Swann, ISBN/EAN: 3-518-45641-5, verlegt bei Suhrkamp).
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