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16466 Hauptseminar

Irene Albers

Magischer Realismus

Material


Jenseits der oftmals zu Recht kritisierten exotistischen und primitivistischen Verklärung lateinamerikanischer Realität lassen sich die kaum noch überschaubaren Diskurse über den Magischen Realismus (von den 20er Jahren bis heute, vom Surrealismus bis zum Postkolonialismus) als Reflexion über die Interkulturalität von Literatur lesen.

In seinem Vorwort zu El reino de este mundo von 1949 definiert der Kubaner Alejo Carpentier das „real maravilloso“ als etwas, das in Lateinamerika, anders als in Europa, nicht erst erfunden werden müsse, da übernatürliche Erfahrungen durch die Präsenz der indigenen Kulturen als Bestandteil der Realität akzeptiert würden.

Carpentiers Text geht auf seine Erfahrungen in den Kreisen der Pariser Surrealisten und auf deren Rezeption ethnographischer Literatur zurück. Das Seminar möchte aus der Vielfalt der Diskurse über den Magischen Realismus vor allem diesen Strang herausgreifen und anhand einiger emblematischer Hauptwerke des lateinamerikanischen Magischen Realismus diskutieren (Carpentier, El reino de este mundo von 1949, Miguel Ángel Asturias, Hombres de maíz von 1949, Juan Rulfo, Pedro Páramo von 1955 und Gabriel García Márquez, Cien años de soledad von 1967).

Darüberhinaus können je nach Interessen der Teilnehmer auch Werke anderer Autoren und Literaturen (zum Beispiel der haitianische Autor Jacques Stéphen Alexis oder Rushdies Midnight's Children) besprochen werden.

Thematische Schwerpunkte des Seminars werden sein: die Begriffsgeschichte des „Magischen Realismus“ und des „real maravilloso“, der Zusammenhang mit dem Surrealismus und dem sogenannten „ethnographischen Surrealismus“, die Bedeutung der Theorie des „Prälogischen“ der „Primitiven Mentalität“ von Lucien Lévy-Bruhl, die spezifischen Themen und Erzähltechniken der Autoren.

Das Seminar wendet sich an Studierende der AVL (möglichst mit Spanisch- und Französischkenntnissen), der Spanischen Philologie und der Lateinamerikanistik.
Bitte beschaffen Sie sich rechtzeitig die genannten Romane von Carpentier, Rulfo, Asturias und Márquez.


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