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(Modul AVL 212a) – 16406 GK

Irene Albers

Roland Barthes als Literaturtheoretiker und Essayist

Material

Do 16.00-18.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/137

Beginn: 20. April 2006

 

Roland Barthes gilt als einer der wichtigsten Vertreter des französischen Strukturalismus. Am Anfang des Proseminars steht daher eine Einführung in die Grundbegriffe seiner an Saussure anknüpfenden Zeichentheorie. Anschließend soll versucht werden, den Schriftsteller und Essayisten Barthes zu entdecken, der sich in undogmatischer Weise mit dem Instrumentarium der Zeichentheorie nicht nur der Literatur sondern auch den unterschiedlichsten kulturellen Phänomenen (Werbung, Mode, Stadt und Architektur, Essen, Populärkultur etc.) widmet. Wir beginnen mit der Lektüre der Mythologies (1957), wo Barthes Saussures Zeichenbegriff in den Dienst einer kulturkritischen Analyse stellt. Dann soll es vor allem um Barthes' späte Texte gehen: L'Empire des signes (1970), Le Plaisir du texte (1972), Roland Barthes par Roland Barthes (1975), Fragments d'un discours amoureux (1977), La Chambre claire (1980). Hier erweist sich seine Affinität zu Themen (Selbstdarstellung, Skeptizismus, Ethik des Scheins und der Oberfläche) und Textformen (Essay, Aphorismen, zitationeller Diskurs, spielerischer Umgang mit Theorien) der französischen Moralistik (mit der sich Barthes in seinen Aufsätzen über La Rochefoucauld und La Bruyère auch explizit befaßt hat). Eine Frage des Seminars wird sein, inwiefern es Barthes gelingt, die Grenze zwischen Literaturkritik und Literatur, zwischen dem Schreiben über Literatur und dem Schreiben von Literatur zu unterlaufen.
Bitte beschaffen Sie sich rechtzeitig eine Ausgabe der Mythologies.

Zur Vorbereitung:
Otmar Ette, Roland Barthes – Eine intellektuelle Biographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp (es 2077) 1998.


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