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(Modul AVL 232b) 16412 PS
Die Kreuzessymbolik in Dichtung und Bildender Kunst
Mi 18.00-20.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/135
Beginn: 19. April 2006
Das Kreuz als religiöses und kosmisches, Himmel und Erde miteinander verbindendes Symbol ist ein Ort ambivalenter Erfahrungen. Es verweist auf den Zusammenhang von Tod und Erlösung, Sterben und Auferstehung, Erniedrigung und Erhöhung. An ihm vollzieht sich die Umkehrung philosophischer und ästhetischer Wertvorstellungen, die Weisheit der Welt wird zur Torheit, das Erhabene und Schöne offenbart sich in einem bis zur Unkenntlichkeit entstellten Menschenkörper, in Christus, dem "gekreuzigten Logos", die Kreuzeserfahrung schließlich führt den Menschen durch die Nacht der Sinne zur Erkenntnis einer lebendigen und wirkenden Wahrheit. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und persönlicher Katastrophen wird das Kreuz immer wieder zu einem Erklärungsmuster für das Unfaßbare und eröffnet wesentliche Sinndimensionen des Leidens.
Im Seminar sollen die verschiedenen Implikationen des Symbols des Kreuzes diskutiert und die Spezifik der Ästhetik von Kreuzesdarstellungen in unterschiedlichen Epochen aufgezeigt werden. Zum Verständnis der biblischen Deutung der Kreuzessymbolik werden wir Auszüge aus dem Alten und Neuen Testament lesen, ausgewählte Gedichte des Johannes vom Kreuz und - neben kürzeren Texten des Mittelalters, der Frühen Neuzeit und des 18./19. Jahrhunderts - die Erzählung "Die wahre Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz" von Franz Werfel sowie den Roman "Kreuz ohne Liebe" von Heinrich Böll. Die Textlektüre wird durch die Interpretation von Kreuzesdarstellungen der Bildenden Kunst aus den jeweiligen Epochen ergänzt.
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