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16441 Proseminar
Johannes Windrich
Luhmann für Literaturwissenschaftler
Do 10.00-12.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/139 (Übungsraum)
Beginn: 20. April 2006
Niklas Luhmann hat den geisteswissenschaftlichen Diskussionen diesseits und zuletzt auch vermehrt jenseits des deutschsprachigen Raums neue Konturen verliehen. Sein Projekt, eine Theorie der gegenwärtigen Gesellschaft zu entwickeln, ging von Anfang an über den Horizont soziologischer Spezialprobleme hinaus. Zu den Disziplinen, in denen sein Denken neue Perspektiven eröffnet hat, gehört nicht zuletzt die Literaturwissenschaft: Systemtheoretisch orientierte Literatur-Interpretationen haben nun schon seit geraumer Zeit Konjunktur. In der Flut von Publikationen beginnen sich mittlerweile verschiedene grundlegende Adaptationstypen abzuzeichnen.
Das Seminar ist in erster Linie als Einführung in Luhmanns Theorie gedacht. Im Zentrum steht das Hauptwerk Die Gesellschaft der Gesellschaft, aber auch Texten wie Die Kunst der Gesellschaft oder Liebe als Passion soll genügend Beachtung widerfahren. Im zweiten Schritt geht es um die Frage, wie man die Systemtheorie für die Literaturwissenschaft fruchtbar machen kann. Untersucht werden dabei stilbildende Arbeiten wie Klaus Disselbecks Interpretation von Schillers Briefen Über die ästhetische Erziehung des Menschen, Gerhard Plumpes Werther-Deutung oder Dietrich Schwanitz’ Jane Austen-Lektüren. Die Ergebnisse dieser Diskussionen sollen schließlich in eigenständigen Interpretationen literarischer Texte zur Anwendung kommen.
Zur Vorbereitung empfehle ich eine erste Einarbeitung in Luhmanns Theorie, d.h. zumindest die Lektüre des 1. Kapitels von Die Gesellschaft der Gesellschaft.
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