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16 455 Hauptseminar
Ästhetik, Literatur und Politik im Frankreich der 30er Jahre: das "Collège de Sociologie" und sein Umfeld
Material
Do 12.00-14.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/237 (Übungsraum)
Beginn: 20. April 2006
Das "Collège de sociologie" gründete sich 1937. Die Gründungserklärung erschien in der Zeitschrift Acéphale und wurde u.a. von Georges Bataille, Roger Caillois, Pierre Klossowski und Jules Monnerot unterschrieben. Auch Michel Leiris gehörte zu der Gruppe. Im Zentrum der Diskussionen des Collège stand der Begriff des "sacré". Eines der Ziele war es, die religionssoziologischen Erlenntnisse aus der Betrachtung "primitiver Kulturen" auf die vermeintlich säkularisierte Moderne anzuwenden. So beschäftige man sich mit kollektiven Erfahrungen (Rituale, Spiele, Feste, Krieg) und mit dem, was Bataille dann die "gefährlichen Zonen des kollektiven Lebens" nennen sollte (wie der "religiöse Charakter" des Faschismus). Wir werden uns zunächst mit den wichtigsten Texten des Collège befassen und versuchen, das Konzept des "Sakralen" theoriegeschichtlich einzuordnen. Anschließend soll es darum gehen, zentrale Werke der Collège-Mitglieder (zum Beispiel Texte von Bataille und Leiris, die Bücher von Caillois oder das Buch von Jules Monnerot, La poésie moderne et le sacré) in diesem Zusammenhang zu diskutieren. Alternativ zu zwei neueren Studien, die sich mit dem Collège befassen (eine soziologische und einer religionswissenschaftliche), richtet sich die leitende Fragestellung des Seminars auf die spezifische "Ästhetik des Sakralen" der Autoren und Mitglieder des Collège de sociologie.
Bitte beschaffen Sie sich rechtzeitig folgende Textausgabe:
Denis Hollier, Hrsg., Le Collège de sociologie 1937–1939, Paris: Gallimard (folio essais 268) 1995.
Zur Einführung:
Carlos Marroquín, Die Religionstheorie des Collège de sociologie. Von den irrationalen Dimensionen der Moderne, Berlin 2005.
Das Seminar wendet sich an Studierende der AVL und der Französischen Philologie.
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