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16 458 Hauptseminar
Die Konkrete Poesie und ihr Umkreis
Do 14.00-16.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, JK 28/208)
Beginn:
In drei Hinsichten ist die Konkrete Poesie, eine der bedeutendsten literarischen Avantgarden der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, von besonderem literaturwissenschaftlichen Interesse.
Zum einen: Die Dichtung löst sich aus der Bindung an Einzelsprachen; eine der Formen Konkreter Poesie, die Konstellation, ist „inter- und übernational. ein englisches wort mag sich zu einem spanischen fügen. [...] zu übersetzen ist die konstellation nicht. sie meint es wörtlich, einmalig“ (Eugen Gomringer, 1954). Zum zweiten: Die Gebilde Konkreter Poesie werden durch die typographische Anordnung der Wörter, Silben und Buchstaben zu ‚Sehgegenständen‘; die Dichtung balanciert auf der Grenze zwischen Text und Bild. Und schließlich: Die Konkrete Poesie und ihre Theorie formulieren einen Angriff auf überkommene Vorstellungen von Literatur; „man konnte hinschreiben:
| ping | pong | | | |
| ping | pong | ping | |
| ping | pong | ping | |
| | | ping | pong |
und das als Gedicht bezeichnen, beziehungsweise als etwas, das dem entsprach, was bis dahin Gedicht geheißen hatte“ (Helmut Heißenbüttel, 1977). Der „Akt der Befreiung“ (Heißenbüttel) trägt allerdings ein Doppelgesicht – die Ambivalenz der Freiheit einer Dichtung, die „kein rechtfertigungsvehikel mehr für weltanschaulichen unfug“ sein will (Max Bense / Reinhard Döhl, 1964), wird im Seminar zu diskutieren sein.
Das Hauptseminar steht auch Kommilitoninnen und Kommilitonen des Grundstudiums offen. Zur Vorbereitung bitte ich um eine erste Orientierung über den literaturhistorischen Ort der Konkreten Poesie und insbesondere über das Werk der Autoren Eugen Gomringer, Helmut Heißenbüttel, Ernst Jandl, Franz Mon und Gerhard Rühm. Zur Anschaffung empfohlen sei die Anthologie konkrete poesie. deutschsprachige autoren, ed. Eugen Gomringer, Stuttgart 2001 (Reclam, Universal-Bibliothek Nr. 9350).
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