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16 459 Hauptseminar
Rhythmus und Rhythmustheorie
Mi 10.00-12.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, K 23/11
Beginn: 19. April 2006
Rhythmus ist eine elementare Bedingung nicht nur literarisch geformter Sprache, sondern jeder sprachlichen Äußerung, wenn nicht sogar all dessen, was akustisch aufgefaßt wird. Rhythmik ist aber auch ein Merkmal visueller und taktiler Wahrnehmungen sowie wahrgenommener Körperprozesse. Die Literatur ist den allgemeinen rhythmischen Regeln der Sprache unterworfen, die im Normalfall unwillkürlich befolgt werden. Zugleich enthält sie, im Unterschied zu anderen sprachlichen Praktiken, in ihrem Inneren ein besonderes System, das diese rhythmischen Bedigungen aufdeckt, reflektiert und verstärkt, indem sie sie zusätzlichen Regeln unterwirft: die Dichtung in Versen. Das Seminar wird, anhand exemplarischer Lektüren, einen Überblick über rhythmische Phänomene der Literatur erarbeiten: von verschiedenen metrischen Systemen über die Welt des Reims, einzelne Vers-, Strophen und Gedichtformen bis zu freien Rhythmen und Prosagedichten. Wir werden uns ferner mit einigen historisch einflußreichen Rhythmustheorien befassen und, wenn möglich, auch neuere empirische Rhythmusforschung einbeziehen.
Zur Einführung:
- Benveniste, Émile, „La notion ‚rhythme’ dans son expression linguistique“, in: ders., Problèmes de linguistique générale, Paris 1966, S. 327-335.
- Seidel, Wilhelm, „Rhythmus“, in: Historisches Wörterbuch der ästhetischen Grundbegriffe, Bd. 5, Stuttgart 2003.
- Kurz, Gerhard, Macharten. Über Rhythmus, Reim, Stil und Vieldeutigkeit, Göttingen 1999.
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