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16 463 Hauptseminar

Robert Stockhammer

Erfundene Sprachen

Do 12.00-14.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/137 (Übungsraum)

Beginn: 20. April 2006

 

Esperanto, Indogermanisch, Ku, Klingonisch, Kolonialdeutsch, Lincos, Marsianisch, Newspeak, Pascal, Real Characters, Rededeutsch, Rotten English, Volapük: Die Liste ließe sich nahezu endlos erweitern und versammelt, bewußt in bloß alphabetischer Ordnung, nur einige der Sprachen, die aus verschiedensten Gründen erfunden wurden. 'Erfunden' kann dabei entweder heißen, daß es diese Sprachen 'nicht wirklich gibt', weil sie nur in der Literatur oder in Filmen gesprochen werden, oder, daß sie 'keine natürlichen Sprachen' sind, weil sie sich einer gezielten Planung verdanken, um bestimmten kommunikativen, technischen oder sprachtheoretischen Funktionen zu dienen. Üblicherweise werden die Literatur und andere Sprech- bzw. Schreibakte ja als Erfindungen in einer Sprache beschrieben – in den genannten Fällen hingegen werden die Regeln aller möglichen sprachlichen Erfindungen gleich miterfunden. Die Machtphantasie, von der diese Bestrebungen zeugen, wird wohl nicht nur am Newspeak (aus Orwells 1984) deutlich; die Lust, die damit gleichwohl – oder gerade deshalb – einhergeht, vielleicht nicht nur an literarischen Texten, die in zumindest teilweise erfundenen Sprachen verfaßt sind (Joyce, Finnegans Wake; Ken Saro-Wiwa, Sozaboy; viele Texte von Oskar Pastior).

Zur Einführung:
Umberto Eco, Die Suche nach der vollkommenen Sprache, München (dtv) 1997 ff (Anschaffung für € 13,50 durchaus erwägenswert, und das Lesen eines zusammenhängenden Buches empfiehlt sich, obwohl das Thema im Internet außerordentlich gut präsent und mannigfach verlinkt ist, vgl. z. B. http://www.langmaker.com/db/mdl_index_languagetype.htm#stealthlanguage).



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