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(17003) Proseminar
Jobst Welge
Nation und Fiktion: Psychologie der Völker von Madame de Staël bis Octavio Paz
Di 14.00-16.00 Uhr
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/235 (Übungsraum)
Beginn: 18. April 2006
Verstärkt seit der Zeit der Romantik gibt es einen teils literarisch-essayistischen, teils para-wissenschaftlichen Diskurs, der das Wesen, die "Psyche" von Völkern und Nationen zu beschreiben sucht und somit ein wichtiger Teil der kulturellen Imagination von Nationen ist.
Eine zentrale Stelle in dieser Tradition nimmt das einflussreiche Werk von Mme de Staël ein (De l'Allemagne, 1810; Corinne ou l'Italie, 1807), welches hier vor dem Hintergrund vergleichbarer oder direkt von ihr beeinflußter Autoren (Goethe, Heine, Leopardi) untersucht und diskutiert werden soll. Wie imaginieren diese Autoren "die Deutschen," "Franzosen" und "Italiener"? Welche Rolle messen sie Kultur und Literatur bei für die "Identität" einer Nation, bzw. ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung? Der zweite Teil des Seminars verfolgt diese Fragen und die Weiterentwicklung des völkerpsychologischen Diskurses bei symptomatischen Autoren des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel Miguel de Unamuno (Spanien), Gilberto Freyre (Brasilien) und Octavio Paz (Mexico), entsprechend den Interessen der Teilnehmer.
Das Seminar richtet sich an Studenten der AVL wie der Romanistik.
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