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(Modul AVL 221b) 16413 PS
Regine Strätling und Susanne Vincenz
Psychoanalyse und Literaturwissenschaft
Di 14.00-16.00 Uhr Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 23/140
Beginn: 17. Oktober 2006
Sigmund Freuds 150. Geburtstag in diesem Jahr ist Anlass für eine Fülle von Publikationen auch im Bereich der Literaturwissenschaft. Die Lehrveranstaltung will dies zum Anstoß nehmen, um den vielfältigen und wechselseitigen Beziehungen zwischen Psychoanalyse und Literatur, vor allem aber zwischen Psychoanalyse und Literaturwissenschaft nachzugehen – Beziehungen, die so alt sind wie die Psychoanalyse selbst.
Den Ausgangspunkt der Lehrveranstaltung bildet die Inspiration, die Psychoanalytiker aus der Literatur bezogen, sowie deren eigene Textanalysen, etwa S. Freuds Gradiva- und Sandmann-Lektüren. Der zweite Akzent liegt auf der Auseinandersetzung mit Methoden der Textinterpretation, die sich auf psychoanalytische Theoriebildung stützen. Verschiedene Ansätze werden diskutiert, die ihre Aufmerksamkeit auf je andere Ebenen des literarischen Werks richten (Autor, Inhalt, Textstruktur und Leser) und je unterschiedlichen Denkstilen verpflichtet sind. Dabei soll sich auch die historische Entwicklung psychoanalytischer Literaturtheorie abzeichnen. Einen dritten Aspekt bildet die literarische Rezeption der Psychoanalyse, die wie kaum eine andere Wissenschaft die Schriftsteller des 20. Jahrhunderts beschäftigt hat. Ausgewählte Prosatexte (evtl. in Auszügen) werden im Hinblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit psychoanalytischen Methoden und Theorien gelesen. Bei der Auswahl der Texte werden Wünsche der Teilnehmenden berücksichtigt.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Studenten und Studentinnen der AVL in einflussreich gewordene psychoanalytisch inspirierte literaturwissenschaftliche Theorien einzuführen und mit ihrem Vokabular vertraut zu machen. Das Erklärungspotential dieser mitunter recht schillernden Theorien für literarische Texte, aber auch die Probleme, die sie aufwerfen, sind jeweils zu diskutieren.
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