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(16 424) HS
Poetik und Anthropologie der Schreibarbeit
Do 12.00-14.00 Uhr
KL 29/137
Beginn: 18. Oktober 2007
„Die Künstler haben ein Interesse daran, dass man an die plötzlichen Eingebungen, die sogenannten Inspirationen glaubt; als ob die Idee des Kunstwerks, der Dichtung, der Grundgedanke einer Philosophie wie ein Gnadenschein vom Himmel herableuchtete. In Wahrheit producirt die Phantasie des guten Künstlers oder Denkers fortwährend, Gutes, Mittelmässiges, und Schlechtes, aber seine Urtheilskraft, höchst geschärft und geübt, verwirft, wählt aus, knüpft zusammen; [...] Alle Grossen waren grosse Arbeiter, unermüdlich nicht nur im Erfinden, sondern auch im Verwerfen, Sichten, Umgestalten, Ordnen.“ (Nietzsche) Wie entsteht ein literarischer Text? Welche Faktoren gehen in den Produktionsprozeß ein? Welche Rolle spielen Wissen aus anderen Bereichen, technische Medien, Zeitlichkeit des Schreibens und Räumlichkeit der Schrift? Wie macht sich der Körper beim Schreiben geltend? Was ist überhaupt ein ‚Werk’? Moderne Schreibende hinterlassen z.T. umfangreiche Dokumentationen ihrer Schreibarbeit, präsentieren diese in eigenen Texten oder relativeren die Differenz zwischen ‚Vorarbeit’ und ‚Ergebnis’ bis zur Unkenntlichkeit. Entwürfe, Varianten, Schemazeichnungen, Äußerungen in Briefen oder Tagebüchern, Texte über den Ort des Schreibens, seine Hilfsmittel u.a. erlauben den Blick hinter die Kulissen des fertigen ‚Werks’. Das Seminar fragt anhand derartiger Materialien und Texte nach Produktionsästhetiken von Schreibenden verschiedener Sprachen im 20. Jahrhundert.
Der Seminarplan steht hier zum Download bereit.
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