07716 Hauptseminar
Die Lachkultur des alten Rußland
Satirische und parodistische Texte der altrussischen Zeit stellen eine 'verkehrte Welt' dar - gemessen an den Wertehierarchien der offiziellen Kultur.
Der russische Literaturhistoriker Michail Bachtin hat in den 30er Jahren dieses Jh. mit seiner - auf westeuropäisches Mittelalter u. Renaissance bezogenen - Karnevalstheorie eine bis heute umstrittene Konzeption der lachenden Volkskultur entwickelt, die später von anderen Forschern auf die russische Literatur angewandt wurde.
Auf der Grundlage einiger zentraler theoretischer Werke sollen literarische Texte und populärgrafische Bildergeschichten ('bubki') aus dem 16. u. 17. Jh. gelesen werden.
Referatanmeldung spätestens in der ersten Seminarstunde, wünschenswert schon in einer Sprechstunde zu Ende der Semesterferien! Der Veranstaltungsplan hängt rechtzeitig aus.
VORBEREITENDE LEKTÜRE (Titel stehen, soweit vorhanden, schon während der Semesterferien in einem Handapparat zur Verfügung):
- V.P. Adrianova-Peretc: Ocerki po istorii russkoj satiriceskoj literatury XVII veka.
Moskau-Leningrad 1937.
- V.P. Adrianova-Peretc: Russkaja demokraticeskaja satira XVII veka.
Moskau 1954. [enthält die wichtigsten Primärtitel].
- Michail Bachtin: Rabelais und seine Welt. Volkskultur als Gegenkultur.
Frankfurt am Main 1987.
[Tvorcestvo Fransua Rable i narodnaja kul'tura srednevekovlja i renessansa. Moskau 1965].
- Dimitrij S. Lichacev und Aleksandr M. Pancenko: Die Lachwelt des alten Rußland.
München 1991.
[Smechovoj mir drevnej Rusi. Moskau 1978, erw. 1984].