16721 Proseminar
Romeo und Julia
Immer neue Bearbeitungen durch Novellisten, Dramatiker und Musiker haben Romeo und Julia zu dem vielleicht berühmtesten Liebespaar der Literaturgeschichte gemacht. Das literaturwissenschaftliche Besondere des Romeo und Julia-Stoffs ist, daß er sich nicht als einzelnes Motiv durch sonst heterogene Werke hindurchzieht, sondern daß er jeweils das ganze dieser Werke ausmacht.
Deshalb ist hier eine besonders enge Verbindung von vergleichender Betachtung und integraler Werkanalyse gegeben. Interessant auch die prominente Rolle, die das unglückliche Liebespaar in philosophischer Ästhetik (Hegel), Literaturkritik (z.B. A. W. Schlegel) und Gattungstheorie spielt.
Das Seminar soll die Ausprägung des Romeo und Julia-Stoffs in der italienischen Novellistik - Masuccio Salernitano (1476), Luigi DaPorto (1524), Matteo Bandello (1554) -, in Pierre Boaistuau's Bandello-Übertragung und Arthur Brookes' darauf basierender Verserzählung (1562), in Shakespeares (1595) und Lope de Vegas (1602) Dramen und in Gottfried Kellers Adaption (1856) untersuchen.
Eventuell könnte auch eine der musikalischen Bearbeitungen des Stoffes (Bellini, Berlioz, Prokofieff u.a.) sowie eine der Filmfasssungen von Shakespeares Dramen herangezogen werden.