16750 Hauptseminar
Pathos (II)
Nachdem in einem ersten Seminar (SoSe 1998) die Geschichte des Pathos-Begriffs untersucht wurde, wird sich der zweite Teil der Analyse pathetischer Literatur zuwenden - und zwar am Beispiel der Tragödie. Während der erste Teil eher im Zeichen der Poetik stand, wird sich der zweite Teil auf das kaum überschaubare Feld der Affekt-Rhetorik begeben müssen.
Den Ausgangspunkt bilden zwei Texte, die in der Antike aus verschiedenen Gründen als Höhepunkte tragischen Pathos' galten: Sophokles' König Ödipus und Aias.
Ihnen gegenübergestellt werden zwei Dramen, denen für die Neuzeit ein vergleichbares Prestige zukommt: Shakespeares Macbeth und King Lear. Anhand ihrer wird das Seminar versuchen, eine Typologie des tragischen Pathos zu erarbeiten.
Die Teilnahme an Pathos I ist nicht Voraussetzung für Pathos II, es wird allerdings empfohlen, sich ins Programm des ersten Seminars einzulesen.
ZUR VORBEREITUNG: Lektüre der Sophokles-Dramen (Empfohlene Ausgabe: Sophokles: Dramen. griech. und dt. (Artemis Verlag - Sammlung Tusculum).
ZUR EINFÜHRUNG:
- Andreas Zierl: Affekte in der Tragödie.
Berlin (Akademie Verlag) 1994.