16401 Vorlesung
Reading Rape: Geschlecht, Gewalt und Repräsentation
Ausgehend vom aktuellen feministischen Diskurs und der kritischen Debatte über rape and representation zeichnet die Vorlesung anhand verschiedenster, vorwiegend anglo-amerikanischer kultureller Praktiken eine Geschichte der Repräsentation sexueller Gewalt vom 17. bis zum späten 20. Jahrhundert - von Rembrandt bis gangsta rap - nach.
Anhand detaillierter Analysen von literarischen Texten, Kunstobjekten und Phänomenen der Populärkultur soll dabei gezeigt werden, welche Funktion diese Repräsentationen haben, ja welche kulturelle Arbeit sie leisten. Dabei wird u. a. deutlich, daß die Rhetorik sexueller Gewalt maßgeblich an der Konstruktion von Sexualität, Geschlecht, Klassenunterschieden, Rassendifferenz und Ethnizität, ja mehr noch, an der Formation kultureller, nationaler Identität teilhat.
Gleichzeitig entlarvt ihre jeweils spezifische Ästhetik die Ängste und Begehren, die diese Konstruktionen motivieren, oder problematisiert - wie im Falle vieler modernistischer Texte - die Fiktionalität ihrer eigenen Darstellung.
An die jeweils einstündigen Vorlesungen, die sich an Studierende aller Semester richten, schließt sich eine halbstündige Diskussion an. Die vorbereitende Lektüre ausgewählter theoretischer und literarischer Texte wird vorausgesetzt. Diese Texte werden zu Beginn des Semesters in Form eines READERS bereitgestellt.