16411 Grundkurs
Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Das Seminar wendet sich an Studienanfänger und will ihnen einen ersten Einblick in das weitgespannte Arbeitsfeld des Faches, in seine Methoden und sein Selbstverständnis (seine Geschichte, seine Entwicklungen und Diskontinuitäten) bieten.
Ein Interessenschwerpunkt bildet dabei die Frage nach dem Zusammenhang von literarischen Texten, Theorien und Methoden in der Praxis der Literaturwissenschaft, für deren komplexes und nicht immer unproblematisches Verhältnis der Blick auch gerade im Hinblick auf den eigenen Umgang mit Primär- und Sekundärliteratur geschärft werden soll.
Die Diskussion von einigen 'prominenten' theoretischen Texten unterschiedlicher Provenienz geht einher mit der Lektüre von 'phantastischen' Erzählungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die sich der Geschlossenheit theoretischer Entwürfe nicht nur entziehen, sondern die Möglichkeit der Geschlossenheit grundsätzlich zur Debatte stellen.
Das Seminar will nicht ein sicheres Wissen darüber vermitteln, was Literatur, was ein Text und was ein Autor ist, sondern vielmehr die jeweiligen Voraussetzungen der eigenen Texterschließung ins Bewußtsein rücken. Der vierstündig stattfindende und von einem Tutorium begleitete Grundkurs bietet zugleich Gelegenheit, auch Organisationsfragen zu Fach, Studium und Berufsfeldern zu besprechen.
GELESEN werden u.a. Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, Gérard de Nerval, Edgar Allan Poe, Guy de Maupassant, Henry James, Franz Kafka, Jorge Luis Borges.