16430 Übung
Hanno Ehrlicher
Von der Literatur zum Film: mediale Übersetzungsprozesse am Beispiel Luis Buñuels
Als Filmregisseur ist Luis Buñuel nicht nur eingefleischten Cineasten ein Begriff. Weniger bekannt ist sein schmales, aber sehr interessantes literarisches Œuvre, das noch während seines Studiums an der Residencia de Estudiantes in Madrid entstand.
Die Arbeit mit diesen auf spanisch und später teilweise auf französisch verfaßten Schriften wird den Ausgangspunkt bilden, um über die Problematik sprachlicher Übersetzung im engeren Sinn hinaus die Frage nach der medialen Übersetzbarkeit zwischen literarischen Ausdrucksmitteln und der 'Sprache' des Filmischen zu stellen. Die bei der Translation von der Literatur zum Film und umgekehrt wirkenden Prozesse sollen auf drei Ebenen entfaltet werden:
- in der Reflexion über Filmtheorien der 20er und 30er Jahre, die eine Ästhetik des Filmischen im Medium der Sprache zu inszenieren versuchten
- im Vergleich zwischen Buñuels experimenteller Kurzprosa, deren Veröffentlichung unter dem Titel Ein andalusischer Hund geplant war (aber nie zustande kam), und seinem gleichnamigen Avantgardefilm
- und schließlich anhand ausgewählter Filme aus dem Spätwerk Buñuels, die auf literarischen Vorlagen basierten (Journal dune femme de chambre, Tristana, Belle de jour).
Teilnahmevoraussetzung ist gute Lektüre- und Verstehensfähigkeit im Französischen. Spanischkenntnisse sind erwünscht, aber nicht verpflichtend.
ZUR VORBEREITUNG empfohlen:
- żBuñuel! Auge des Jahrhunderts. Ausstellungskatalog.
Bonn 1994.
- Ursula Link-Heer und Volker Roloff (Hg.): Luis Buñuel. Film - Literatur - Intermedialität.
Darmstadt 1994.
- Joachim Paech: Literatur und Film.
Stuttgart 1988.